KiK Qualitätsmanagement Non-Food – Interview mit Herrn Müller

 

Herr Müller, was genau können wir uns unter „Qualitätsmanagement Non-Food“ vorstellen? Welche Aufgaben haben die Mitarbeiter der Abteilung?

Das Qualitätsmanagement Non-Food ist für die Sicherstellung der Verkehrsfähigkeit und der Grundfunktionalität aller Non-Food Artikel zuständig. Dabei wird jedes Produkt in eine eigene Risikogruppe eingeteilt. Diese Risikoklassifizierung legt die nötigen Prüfanforderungen und die einzuhaltenden Standards fest.

Das QM gliedert sich in mehrere Teams. Dabei gibt es einmal das Team Produktentwicklung, das Wareneingangsteam, das Team Meldewesen und das REACh-Team.

Das Team Produktentwicklung ist für Erstellung und Aktualisierung von Prüfkategorien und Produkthandbüchern sowie den kompletten Musterablauf vor Verschiffung zuständig. Dabei werden die Muster und die Kennzeichnung geprüft und gesetzlich festgelegte Prüfungen u.a. auf Schadstoffe bei externen Prüfinstituten in Auftrag gegeben.

Das Wareneingangsteam prüft die hier ankommende Ware nochmals auf Qualität und Funktion. Dabei werden auch die vorhandenen Dokumente und Testberichte nochmals auf Vollständigkeit geprüft. Stichprobenartig werden in diesem Bereich auch Proben erneut an externe Prüfinstitute verschickt um die Gesetzeskonformität und die Einhaltung interner Anforderungen sicherzustellen.

Die REACh-Verordnung (Europäische Chemikalienverordnung zur Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung chemischer Stoffe)  regelt die Beschränkung, Zulassung und Registrierung chemischer Stoffe. Das REACh-Team ist dafür zuständig die Einhaltung dieser EU-Verordnung zu überwachen.

Weiterhin sind wir für Weiterbildung in Bezug auf Änderungen und Neuerungen im relevanten nationalen und internationalen Recht, sowie neuer Produktkategorien zuständig. Dazu gehört auch die Planung und Durchführung von Schulungen der Agenturen, Lieferanten und KiK-Mitarbeiter.

Das Team Meldewesen ist für die Meldung von Verpackungen, Batterien, Elektrogeräten etc. zuständig. In jedem Land müssen von uns in Verkehr gebrachte Verpackungsabfälle etc. gemeldet und bezahlt werden. Das Meldewesen übernimmt dabei die Bündelung der Daten und die Weiterleitung an unsere Entsorgungsunternehmen. Dabei findet auch, soweit möglich, eine Verpackungsoptimierung statt.

Um Qualität fortlaufend zu verbessern und Fehler zu vermeiden sind wir zuständig für die Bearbeitung von Bemängelungen von Ämtern aus Deutschland und den Expansionsländern und die Beurteilung von Reklamationen mit Sach- oder Personenschaden.

Wie lange gibt es die Abteilung schon bei KiK?

Das Qualitätsmanagement Non-Food in der Form wie zuvor beschrieben, besteht erst seit Februar 2015. Eine Qualitätssicherung gibt es bei KiK aber schon seit mehr als zehn Jahren. Vorher waren die einzelnen Teams in verschiedenen Abteilungen untergebracht. Diese wurden zusammengelegt, um eine bessere Zusammenarbeit zu gewährleisten.

Haben sich die Aufgaben im Laufe der Jahre verändert? Wenn ja, wie?

Früher bestand die Aufgabe eher darin, bei Artikeln nur eine Gesetzeskonformität sicherzustellen. Mittlerweile wird zusätzlich auf Qualität und Funktion der einzelnen Artikel geachtet. Außerdem werden auch kritische Stoffe die im Fokus stehen, aber noch nicht gesetzlich geregelt sind, geprüft.

Wie könnte ein Arbeitstag in der Abteilung aussehen?

Da es so viele verschiedene Teams gibt, sind die Arbeitstage der einzelnen Personen sehr unterschiedlich.

Wie viele Personen arbeiten in der Abteilung?

22, davon 1 Azubi

Aus welchen Berufsfeldern bzw. Ausbildungen kommen die Kollegen?

In der Abteilung arbeiten 12 staatlich geprüfte Lebensmittelchemiker, 1 Doktor der Chemie, 8 Sachbearbeiter (1 Handelsassistentin, 1 Bachelor der Chemie, 6 Kaufleute) und 1 Azubi

An welchen Richtlinien orientiert sich die Abteilung, um Qualität zu gewährleisten? Wie wird „Qualität“ definiert?

In erster Linie gelten für uns natürlich die gesetzlichen Anforderungen an die einzelnen Produkte. Aber auch über das Gesetz hinausgehende Anforderungen müssen unsere Non-Food Artikel einhalten. Zusätzlich wird auch die Funktion eines Artikels bewertet. Dabei wird vor allem in Kommunikation mit dem Einkauf versucht, die Qualität der Produkte stetig zu verbessern. Auf Grund der großen Vielfalt an Non-Food Produkten gibt es für jede Produktgruppe eine eigene Risikoklassifizierung und Standards.

Welche Schritte durchläuft ein Produkt in der Abteilung Qualitätsmanagement?

Die Betreuung eines Produktes kann schon auf der Reise des Einkaufs durch eine Reisebegleitung erfolgen. Dabei werden Artikel, wenn nötig, schon verbessert und nötige Prüfungen festgelegt. Ist dieser Schritt nicht auf einer Reise erfolgt, so geschieht dies bei der Auftragsschreibung. Anhand des Approval Musters wird das Produkt dann bewertet. Eventuell ist eine Überarbeitung notwendig. Dabei wird auch die Kennzeichnung des Produktes festgelegt. Im Verschiffungsmuster werden dann, die von uns gemachten Vorgaben geprüft und der Artikel auch an externe Prüfinstitute verschickt. Bei Wareneingang erfolgt dann eine Gegenprüfung. Außerdem unterstützen wir weiterhin den Einkauf, sollten Auffälligkeiten während des Verkaufs eines Produktes auftreten.

Wie ist der weitere Weg eines Produkts, das die gesetzten Kriterien nicht erfüllt?

Werden Kriterien nicht erfüllt, wird der Artikel, wenn möglich, in Fernost noch überarbeitet oder neu produziert. Ist dies nicht möglich, muss der Artikel eventuell storniert werden.

Ist eine Kontrolle erst bei Wareneingang auffällig, wird der Artikel nicht verkauft. Im schlimmsten Fall muss der Artikel vernichtet werden. In einigen Fällen gibt es jedoch auch die Möglichkeit die Ware hier in Deutschland nochmal aufbereiten zu lassen.

Werden Produkte für Babys bzw. Kinder besonders streng geprüft? Wenn ja, wie?

Natürlich gelten grade für Babyspielzeug strengere Regeln, als für normales Kinderspielzeug. Über die oben genannte Risikoklassifizierung werden Babyprodukte in eine höhere Risikoklasse eingestuft, als Artikel für Erwachsene. Damit gelten dann strengere Anforderungen und Standards.

Damit ein Produkt von unabhängigen Prüfstellen unter die Lupe genommen wird – kann man sich bei Ökotest, Stiftung Warentest und Co. mit Produkten für ein Prüfverfahren „bewerben“?

„Bewerben“ kann man sich leider nicht. Da diese Verbraucherorganisationen unabhängig arbeiten, kaufen sie einfach Artikel wie ein normaler Kunde im Laden. Welche Artikel geprüft werden, entscheidet dabei alleine die jeweilige Organisation. Darauf kann der Handel keinen Einfluss nehmen.

Vielen Dank, dass Sie sich für ein Interview mit uns die Zeit genommen haben, Herr Müller.

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